Die Muslimbruderschaft: „Demokratisch, edel und gut…“

Gern hätte ich ihnen hier ja jetzt eine Lobeshymne eines großen deutschen Leitmediums präsentiert, das sich im Juni 2012 bitterlich über die Verunglimpfung der sogenannten Muslimbruderschaft anlässlich der Wahl des damaligen ägyptischen Präsidenten Mursi beschwerte. Leider leidet dieses sogenannte Leitmedium aber unter einem unerklärlichen Gedächtnisschwund, der Artikel wurde offenbar gelöscht. Ein paar Informationen über die wahren Ziele der Muslimbruderschaft sollen aber dennoch veröffentlicht werden im nachfolgenden Bericht, der bereits am 26. Juni 2012 hier veröffentlicht worden war.

Die ägyptische Muslimbruderschaft wurde 1928 von dem Grundschullehrer Hasan al-BANNA gegründet. Im Umfeld säkularer Tendenzen und den hegemonialen Ansprüchen der Briten setzte sich al-BANNA u.a. zum Ziel, islamische Moralvorstellungen zu verbreiten und wohltätige Aktionen zu unterstützen und gewann so rasch zahlreiche Anhänger. Die MB entwickelte sich bis Ende der 1930er Jahre zu einer streng hierarchisch aufgebauten politischen Organisation. Das Motto der Muslimbruderschaft lautet:

„Gott ist unser Ziel.
Der Prophet ist unser Führer.
Der Koran ist unsere Verfassung.
Der Jihad ist unser Weg.
Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“

„Der Jihad ist eine notwendige Pflicht, die Gott jedem Muslim auferlegt hat, der man nicht entkommen kann und aus der es keinen Ausweg gibt. Gott hat dem Jihad eine große Bedeutung beigemessen und machte den Lohn für die Mujahidin und die Märtyrer reichlich.“ [Majmu’at ar-rasa’il al-imam ash-shahid Hasan al-BANNA, Alexandria 2002, S. 263.]

Quelle: Landesamt Hessen für Verfassungsschutz

Eine zentrale Rolle im Islamismus kommt der „Muslimbruderschaft“ (MB) zu. Sie wurde 1928 in Ägypten gegründet und ist heute in zahlreichen muslimischen wie auch westlichen Ländern vertreten. Die MB kann als Mutterorganisation vieler heute existierender sunnitisch-islamistischer Organisationen angesehen werden. So ging aus ihr beispielsweise die palästinensische „Islamische Widerstandsbewegung“ (HAMAS) hervor. Auch Al-Qaida wurde maßgeblich von früheren Muslimbrüdern mitaufgebaut und übernahm Teile des Gedankengutes der MB.

Unter dem Motto „Der Islam ist die Lösung“ strebt die MB eine vorrangig der Scharia verpflichtete Staats- und Gesellschaftsordnung an und wendet sich gegen die „kulturelle Verwestlichung“ in der arabischen Welt. Um ihre Ziele zu erreichen, wirkt die MB auf eine systematische Islamisierung bestehender gesellschaftlicher Strukturen hin. In Deutschland wird das Gedankengut der MB vor allem durch die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ (IGD) und die „Muslimische Jugend in Deutschland e. V.“ (MJD) vertreten.

Quelle: Welt-Online

 Die gefährliche Ideologie der Muslimbrüder

Anders als er beobachten die koptischen Christen in Ägypten diese Entwicklung mit Sorge. „Die Muslimbrüder verstärken jetzt massiv ihre Propaganda, und sie bereiten sich intensiv auf die Zeit nach Mubarak vor“, sagt die leitende Redakteurin der Kairoer Wochenzeitung „Watani International“, Samia Sidhom. „Wir fürchten, dass die Bruderschaft an die Schalthebel der Macht in Kairo gelangen könnte.“

Ganz offen mahnt die US-Regierung al-Baradei schon jetzt vor einem Bündnis mit den Islamisten. Sie wünsche sich eine Regierung „echter Demokraten“, sagt US-Außenministerin Hillary Clinton.

Seit Jahrzehnten sucht die Bruderschaft den Weg zur Macht. Sie strebt eine islamische Gesellschaft an, die nach dem Recht der Scharia lebt. Erreicht hat die Bruderschaft dieses Ziel in ihrer 82-jährigen Geschichte nie. Über Jahrzehnte wurden ihre Mitglieder verfolgt und mussten um ihr Leben bangen.

Aus ihr gingen mit Sayyid Qutb und Abdullah Azzam aber auch die wichtigsten Denker des modernen Islamismus hervor und mit ihnen die gefährlichsten der heute bekannten islamistischen Gruppen. Und ohne die Muslimbrüder gäbe es auch den Terror von Hamas und al-Qaida nicht. Wenn also demnächst in Ägypten eine neue Regierung gebildet wird, dann muss das Land darüber entscheiden, ob eine religiös-ideologische Organisation wie die Muslimbruderschaft Teil einer zukünftigen Staatslösung sein kann oder nicht.

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