Graue Wölfe in Integrationsräten und Schulen

Es ist schon erstaunlich wie informativ im Jahr 2013 die Massenmedien noch waren.

In einem hier am 25. Februar 2013 erstmalig veröffentlichten Bericht ging es um Indoktrinationsbemühungen der ultrarechten türkischen Vereinigung Graue Wölfe, die sich in den Integrationsräten der Städte ebenso eingenistet haben wie in Schulen. Seinerzeit war es der damalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der zu neuer Entschlossenheit im Kampf gegen Rechtsextremismus aufgerufen habt. Seltsamerweise durfte die ultrarechten Grauen Wölfe dennoch ungehindert ihren Einfluss erweitern.


Zuletzt war es Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der im Bundestag zu einer „neuen Entschlossenheit“ im Kampf gegen den Rechtsextremismus aufgerufen hat und weitere Mittel in Aussicht gestellt hat. Die Höhe der Ausgaben bleibt schwammig und wird nirgendwo exakt erwähnt, die in der Regel lediglich mehr oder minder „professionellen“ Anti-Rechts Organsationen aus kommunalen-, Länder- und Bundesmitteln zur Verfügung gestellt werden. Sicherlich gut und richtig spätestens seit der NSU Affäre.

Allerdings stellt sich dann die berechtigte Frage, warum sich Mitglieder der so genannten „Grauen Wölfe“ – einer ultrarechten türkischen Organisation und glühende Hitler Verehrer – ungehindert in deutschen Rathäusern und Schulen ausbreiten dürfen. Ist der Staat einfach nur blind auf dem Auge? Gehört es sich nicht, darüber zu berichten?

Zwar fand die Angelegenheit bereits 2011 statt, was allerdings nichts am grundsätzlichen Problem ändert. Zudem berichtete die Stuttgarter Zeitung über Aktivitäten der Grauen Wölfe zuletzt noch im Januar 2013.

Ein Auszug aus der freien Enzyklopädie Wikipedia:

Graue Wölfe (türkisch Bozkurtlar, auch Bozkurtçular) ist die Bezeichnung für Mitglieder der rechtsextremen türkischen Partei der Nationalistischen Bewegung („Milliyetçi Hareket Partisi“, MHP), die 1961 von Alparslan Türkeş gegründet wurde.

Als Feindbilder sehen die Grauen Wölfe Kurden und die kurdische Untergrundorganisation PKK, welche auf einschlägigen Webseiten als „Babymörder“ bezeichnet wird. Als Feindbilder sind vor allem Juden, Christen, Armenier, Griechen, Kommunisten, Zionisten, Freimaurer, der Vatikan und die Vereinigten Staaten zu nennen.

Im Juni 2009 trat Ali H. Yildiz, Vorstandsmitglied des Deutsch Türkischen Forums (DTF), einer Unterorganisation der CDU, von seinem Amt zurück, weil sich das DTF nicht klar genug von den „Grauen Wölfen“ distanziere. Er erklärte: „Es kann nicht sein, dass wir uns auf der einen Seite gegen Pro Köln zusammenschließen und auf der anderen Seite die türkische NPD über die CDU Köln hofieren.“ Eine weitere Zusammenarbeit mit Sympathisanten der türkischen Rechtsextremen sei mit seinem Gewissen nicht zu vereinbaren.[6] Sein Kölner Parteifreund Kubilay Demirkaya beschreibt die „Grauen Wölfe“ als: „Antisemiten, rassistisch, rechtsradikal, nationalistisch, haben diverse Feindbilder, zu denen gehören Juden, Amerikaner, Europäer, Kurden, Israel. Also es ist schon eine gefährliche Mischung, die sich in Deutschland breitmacht.“

Nähe zu den Grauen Wölfen im Essener Integrationsrat

Seit geraumer Zeit ist Muhammet Balaban im Integrationsrat der Ruhrgebietsstadt Essen tätig und seitdem kämpft er regelrecht gegen die < Alte Synagoge >, und protestiert regelmäßig, wenn offizielle Veranstaltungen über den Rat der Stadt publiziert werden. Die Alte Synagoge ist ein Dokumentationsforum und Gedenkstätte zum jüdischen Leben in Deutschland und sie traut sich auch, den zunehmenden Antisemitismus unter Muslimen zu verbalisieren.

-> Vorwürfe der Muslime – „Alte Synagoge in Essen sät Hass“

Muhammet Balaban, Chef des Integrationsbeirats, will keine kritischen Islam-Debatten mehr. Und OB Paß gibt ihm Recht. Anlass ist die Reihe „Donnerstagsgespräche“, bei der auch Kritiker des politischen Islam und des Islamismus zu Wort kommen. Anlass ist die Reihe „Donnerstagsgespräche“, bei der die Leitung des „Hauses der jüdischen Kultur“ seit vielen Jahren auch Kritiker des politischen Islam und des Islamismus zu Wort kommen lässt. In einem Brief an OB Reinhard Paß hat sich Muhammet Balaban, Sprecher der „Kommission Islam und Moscheen in Essen“ darüber jetzt in scharfem Ton beschwert: „Es ist inakzeptabel, dass diese Einrichtung (…) Misstrauen, Hass, Anfeindung und Unfrieden in unserer Gesellschaft sät.“

Antisemitismus unter Muslimen ist weit verbreitet

Wie stark der Antisemitismus unter Muslimen ist, hat unlängst erst eine Studie der renomierten < Amadeu Antonio Stiftung > gezeigt:

Eine neue Studie der Amadeu Antonio Stiftung alarmiert die Politik, jüdische, aber auch türkische Interessenvertreter: Unter dem Titel „Die Juden sind Schuld“befasst sich die neue Broschüre der Stiftung mit den Einstellungen über Juden unter den drei Millionen Muslimen in Deutschland. Die Autoren sehen dabei einen steigenden Antisemitismus als „neues Problemfeld, das in den großen urbanen Wohnquartieren mit überwiegend muslimischer Wohnbevölkerung vorzufinden ist”. Dies zeige sich in einer steigenden Zahl antijüdischer Straftaten, für die muslimische Tatverdächtige verantwortlich gemacht werden. Für 2006 seien 88 solcher Taten registriert worden, 100 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zunahme antisemitischer Tendenzen unter muslimischen Einwanderern, sowie der latente und offene Antisemitismus aus diesem Milieu sei ein Problem, warnt der Zentralrat der Juden in Deutschland. „Gerade bei muslimischen Jugendlichen sehen wir eine erhöhte Gewaltbereitschaft”, sagte Generalsekretär Stephan J. Kramer. Der Konflikt im Nahen Osten fungiere „als Identität stiftendes Moment für einige Muslime, die sich in Deutschland ausgegrenzt fühlen”, heißt es weiter.

Essener Integrationsrat ist ein Hort der Grauen Wölfe

Interessanterweise hat der ehemalige Minister des NRW Landtags, der CDU Politiker < Oliver Lehne >, als Antwort auf die fortlaufenden Auseinandersetzungen eine kleine Anfrage unter der < Drucksache 15/3287 > eingebracht, die an Deutlichkeit nicht mehr zu überbieten ist:

Am 19.11.2011 versammelten sich in der Essener Grugahalle etwa 6500 bis 7000 Anhänger und Mitglieder der Föderation der Demokratischen Türkischen Idealistenvereine in Deutschland e.V. (ADÜTDF). Hierzu habe ich die Kleine Anfrage 1256 „Großveranstaltungen türkischer Rechtsextremisten in NRW“ (Drucksache 15/3287, diesem Brief angefügt) an die Landesregierung gestellt. Die Anfrage wurde am 10.11.2011 veröffentlicht und ist bis jetzt noch nicht beantwortet.

In der Woche vor der Veranstaltung der Grauen Wölfe, gab es mehrere Artikel, die über die Kontroverse um die Veranstaltung berichtete. Mehrere Lokalpolitiker kamen zu Wort. Man war entsetzt, dass eine solche Veranstaltung stattfinden sollte. In Essen gipfelte der Streit um die Bewertung der Grauen Wölfe im Integrationsrat der Stadt. „Der Westen“ berichtete mit dem Artikel < Integrationsrat ist ein Hort der Grauen Wölfe >

Aus diesem Artikel darf ich zitieren:

„Mit einem Eklat endete die letzte Sitzung des Integrationsrates vor dessen Neuwahl an diesem Sonntag. Ratsmitglieder, die dem Gremium angehören, äußerten sich nach der Sitzung am Mittwoch tief besorgt über eine künftige Zusammenarbeit mit der Allianz der Essener Türken. Die nämlich hatte Sympathie mit den rechtsradikalen „Grauen Wölfen“ gezeigt, die am Samstag in der Grugahalle ein Treffen mit mehr als 6000 Teilnehmern veranstalten. (…) So hatten sich die Grünen vom Integrationsrat ein starkes Signal gegen die Veranstaltung erhofft und eine entsprechende Resolution eingebracht. „Kein Raum für Rechtsextremismus und Völkerhass in der Grugahalle“ fordert das Schreiben, das sich an Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) und die Geschäftsführung der Messe wendet. Sie sollten alles versuchen, um den Grauen Wölfen, die offiziell als „Föderation der Demokratischen Türkischen Idealistenvereine in Deutschland“ firmieren „keine seriöse Bühne“ zu bieten. (…) Was folgte war eine hitzige Diskussion, an deren Ende die Resolution noch mit knapper Mehrheit verabschiedet wurde: Allerdings nur, weil die Ratsmitglieder, die als benannte Vertreter in dem Gremium sitzen, für sie stimmten. Die gewählten Vertreter der Migranten sprachen sich dagegen mehrheitlich gegen die Resolution aus: Acht Ja-Stimmen standen sechs Nein-Stimmen gegenüber. „Sechs Hände haben sich gegen die Integration erhoben“, sagt der grüne Ratsherr Burak Copur.

Er sei fassungslos, dass die „Allianz der Essener Türken“ geschlossen gegen die Resolution gestimmt habe; also auch der Vorsitzende des Integrationsrates Muhammet Balaban und sein Stellvertreter Mehmet Kekec. „Das Abstimmungsverhalten zeigt, dass der Integrationsrat unterwandert ist, er ist ein Hort der Grauen Wölfe.“ (…) Von einer Unterwanderung des Rates mag die SPD-Ratsfrau Karla Brennecke-Roos nicht sprechen. Aber auch sie spricht von einer „erschreckenden Geschichte“, die sie tief betroffen gemacht habe. „Das Abstimmungsverhalten ist kein gutes Zeichen, ich hätte ein völlig anderes Ergebnis erwartet.“

Graue Wölfe agitieren in deutschen Schulen

2006 wusste der Kölner Stadtanzeiger über verschiedene Aktivitäten der Ultranationalisten zu berichten:

-> Graue Wölfe agitieren an Kölner Schulen

Türkische Nationalisten finden Anhänger unter Kölner Schülern. Diese sorgen an Schulen für ein Klima der Angst. Lehrer fühlen sich allein gelassen.

„Guten Morgen, meine Soldaten“ steht zur Begrüßung auf der Tafel. Dazu drei Halbmonde und das Kürzel der türkischen rechtsextremen Partei der nationalistischen Bewegung MHP. Jugendliche mit eindeutigen Symbolen an Halsketten oder Ansteckern sitzen im Klassenraum, bereit, mit gezielten Fragen ihren Lehrer zu provozieren und den Unterricht zu torpedieren. Einer von ihnen, ein türkisch-stämmiger Junge der dritten Generation, der die Heimat seiner Großeltern nur von Erzählungen und Fernsehbildern kennt, hat seinen Tisch bemalt: „Wir sind Türken. Gott sei Dank.“

„Ich bin seit vielen Jahren Lehrer, doch was zurzeit passiert, habe ich noch nicht erlebt“, berichtet Murat Botan (alle Lehrernamen geändert), von einer Kölner Schule. Die Kinder würden in Vereinen und oft auch in der Familie „von geschickten Kräften“ indoktriniert und „gezielt angesprochen“. „Es gibt Treffen, wo Schulungen stattfinden“, ist sich Botan sicher. „Sie sprechen von der amerikanisch-jüdischen Weltherrschaft und davon, in den heiligen Krieg ziehen zu wollen.“ Die Provokationen würden solche Formen annehmen, dass oft kein Unterricht mehr möglich wäre. „Viele Kollegen sind nicht in der Lage, damit umzugehen“, sagt Ahmet Öztürk, Lehrer an einer anderen Kölner Schule. „Einige haben Angst.“ Auch er wurde schon provoziert und beschimpft, als Kommunist und PKK-Mitglied denunziert, weil er sich zum Beispiel geweigert hat, die türkische Nationalhymne zu Beginn des Unterrichts zu singen oder mit den Schülern einen Eid auf die Türkei zu sprechen. „So etwas hat in einer deutschen Schule nichts zu suchen.“ Die türkisch-nationalistischen Gruppen „verbreiten ein Gefühl der Angst und Unsicherheit“, heißt es in der Mitgliederzeitung der Kölner Lehrergewerkschaft GEW, die vor einer Zunahme der Aktivitäten der „Grauen Wölfe“ warnt.

Der Autor Manfred Etscheid beruft sich auf Berichte von Lehrern „mehrerer Kölner Schulen“, spricht von einem „zahlreichen und koordinierten Auftreten in Schulen“. „Türkisch-stämmige Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer werden, wenn sie nicht mitmachen, zum Teil massiv bedroht.“ Besonders unter Druck stehen offenbar Lehrer für den muttersprachlichen Türkischunterricht sowie kurdischer Abstammung. Hauptursache für den Zulauf bei den „Grauen Wölfen“ sei, dass den Jugendlichen die Lebensperspektive fehle, so Etscheid. Sie wüssten nicht, wie ihre Zukunft aussehe. Die Provokationen in der Schule seien der „Ausdruck des Elends, in dem sich diese Jugendlichen befinden“. Er fordert disziplinarische Maßnahmen und Solidarität mit den betroffenen Lehrern, nicht zuletzt auch stärkere Bemühungen zur Integration der Kinder und Jugendlichen.

Das sagt auch Kubilay Demirkaya, Leiter eines Arbeitskreises „Integration“ der Kölner CDU. „Die Anhänger der »Grauen Wölfe« haben Rückhalt in der Parallelgesellschaft.“ Er hält mehr Aufklärung unter den Migrantenkindern für dringend nötig. „Es gibt in Deutschland so viele Programme gegen deutschen Rechtsradikalismus.“ Solche Aktivitäten müsse es auch gegen den türkischen Extremismus geben. „Das ist nicht nur Sache der Schulen, sondern ein gesellschaftliches Problem“, meint Süleyman Ates, Vorsitzender des Migrantenausschusses des Kölner DGB. Die Strukturen der Parallelgesellschaft dürften sich nicht weiter verfestigen. Genau das aber wollen die türkischen Rechten in Deutschland. Von einem offensiven Umgang mit dem türkischen Extremismus und Nationalismus sind Schulen, aber ebenso die zuständige Schulverwaltung noch weit entfernt.

„Auch die Schulleitungen haben Angst“, sagen die Betroffenen. Schnell gerate man in eine ausländerfeindliche Ecke. Niemand wolle seiner Schule schaden und so bleibe das Thema ein Tabu – zum Nachteil der betroffenen Lehrer. Sie bleiben nicht nur mit ihren Problemen allein, sie geraten auch in den Ruf, ihre Klassen nicht mehr im Griff zu haben. „Es fehlt an Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung“, sagen Botan und Öztürk. Die meisten deutschen Kollegen würden noch nicht einmal die Symbole der „Grauen Wölfe“ oder der MHP kennen. Wie soll man da das Verbot durchsetzen, politische Symbole zu tragen? Schulleitungen und Schulaufsicht seien gefordert. Doch die schweigen oder zeigen sich wie im Fall der Kölner Bezirksregierung äußerst wortkarg. Man sei dabei, den Sachverhalt zu klären, so die Pressestelle. Man habe die Polizei eingeschaltet und prüfe, welche Schulen betroffen sind. Eine Einschätzung, wie mit dem größer werdenden Problem pädagogisch oder disziplinarisch umgegangen werden könnte, war nicht zu bekommen.

Ähnlich informierte auch der Spiegel 2006 über zwei Kölner Schulen:

-> Graue Wölfe an Kölner Schulen – Türkische Extremisten unterwandern Unterricht

Die Meldungen kommen aus zwei Kölner Gesamtschulen und sie sind beunruhigend: Schüler sollen sich zunehmend zu der extremistischen Bewegung der „Grauen Wölfe“ bekennen. Im Unterricht tragen sie offen die Symbole der „Grauen Wölfe“ – Ketten mit drei Halbmonden oder Ringe mit dem Abbild eines heulenden Wolfes. Zwei Lehrer berichten gegenüber SPIEGEL-TV, wie Kinder und Jugendliche in Vereinen anscheinend gezielt von türkisch-nationalistischen Gruppen angeworben und indoktriniert werden. Auf Schulheften, so die Lehrer, fände sich immer wieder das Kürzel MHP für die rechtsextreme Partei der nationalistischen Bewegung. Schüler würden sich nach der Schule in Kulturvereinen verabreden und auch schon mal mit „Salumaleikum“ grüßen. Gegenüber SPIEGEL-TV-Teams bekannten mehrere Schüler offen ihre Sympathie für die Bewegung der „Grauen Wölfe“ – oft allerdings, ohne deren politische Inhalte genauer beschreiben zu können. Andreas Dieste und Udo Müller berichten über eine Parallelgesellschaft, die- wieder einmal – schon in deutschen Klassenzimmern beginnt.

Ein „Wolf Problem“ existiert auch an einer Schule in Gelsenkirchen, wie der WDR berichtete

-> Nationalistisch-islamistische Propaganda: „Gehirnwäsche bei türkischen Schülern“

Türkische Schüler werden durch nationalistische und islamistische Organisationen aufgehetzt, behaupten Lehrer. Das sind unpolitische Einzelfälle, sagt die Polizei. Sind rechtsextreme türkische Jugendliche an NRW-Schulen ein Tabu?

„Milli Görüs will islamistische Herrschaftsordnung“

Bei einem ähnlichen Fall in Gelsenkirchen geht die Polizei ebenfalls von „einem schulinternen Problem“ aus. Wie sein Kölner Kollege berichtet auch Gesamtschullehrer Joachim Weber* von einer regelrechten Befragungskampagne. Immer wieder hätten türkische Schüler wissen wollen, ob er Jude sei. „Ich hatte vor Jahren im Geschichtsunterricht erzählt, dass meine Urgroßmutter Jüdin war“, erklärt Weber. Ein Schüler habe ihn auf offener Straße als „Hurensohn, Missgeburt und Jude“ beschimpft. „Ich wurde auch mehrmals gefragt, ob ich an die Lüge glauben würde, dass der Mensch vom Affen abstamme und warum die Schüler diese Lüge lernen müssten – obwohl die Evolutionstheorie gar nicht zum aktuellen Stoff gehörte“, erzählt der 60-Jährige. Seine Schüler hätten ihn belehrt, nach islamischer Vorstellung stamme der Mensch nicht vom Tier ab, sondern sei „Gottes direkte Schöpfung“. Ihre Ansichten beziehen die Schüler offenbar aus dem Koran-Unterricht einer Moschee, die mit der türkischen Bewegung Milli Görüs („Nationale Sicht“) zusammenarbeitet. „Die Schüler werden dort indoktriniert“, glaubt Weber.

Die „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ (IGMG) mit Sitz in Kerpen ist laut NRW-Verfassungsschutz „die größte in Deutschland aktive islamistische Organisation“. Die Behörde beobachtet die IGMG, weil diese „zweifellos eine islamistische Herrschaftsordnung“ anstrebe. Charakteristisch für Milli Görüs ist ihr antidemokratisches, antisemitisches und totalitäres Gedankengut, sagen die Verfassungsschützer.

Anmerkung der Redaktion

Die Tatsache, dass seit geraumer Zeit kaum noch Neues über die Grauen Wölfe zu finden ist, hat wohl mehr mit der zunehmenden „politischen Korrektheit“ vieler Medien zu tun. Es ist also dringend empfehlenswert, „gelegentlich“ auch kleinere oder alternative Medien zu lesen. So berichtete die Stuttgarter Zeitung zuletzt im Januar 2013 über weitere Aktivitäten der Grauen Wölfe:

-> Graue Wölfe im Diamanthaus

Ist es ein harmloser türkischer Folkloreabend oder eine geschickt getarnte Propagandaveranstaltung einer gefährlichen rechtsextremen Vereinigung? Ein Konzert des Idealisten-Bundes, zu dem am 19. Januar mehr als 1000 Gäste im Diamanthaus in Ebersbach erwartet werden, erregt die Gemüter. Denn die türkisch-demokratischen Idealistenvereine (Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu), besser bekannt als Graue Wölfe, gelten als nationalistisch.

Die Junge Union fordert ein Verbot

Für die Junge Union im Kreis Göppingen ist die Sache klar. Als im vergangenen Jahr regelmäßig Nazis in Göppingen aufmarschierten, übte die Nachwuchsorganisation der CDU auffallende Zurückhaltung. Diesmal ruft sie „alle demokratischen Parteien auf, sich gegen die in Ebersbach angesetzte Veranstaltung zu wehren“. Die Stadt Ebersbach müsse das Regionaltreffen absagen, fordert die JU. Die Grauen Wölfe seien totalitär, demokratiefeindlich und stünden der bundesdeutschen Verfassung feindlich gegenüber. Bei dieser Einschätzung findet sich die JU in ungewohnter Einigkeit mit der Antifaschistischen Gruppe Göppingen, die ebenfalls vor der Veranstaltung warnte.

Dem Ebersbacher Bürgermeister Sepp Vogler ist mittlerweile mulmig zumute. Der Stadt seien die Hände gebunden. „Die Polizei sagt, da kann man nichts machen.“ Man habe dem Veranstalter allerdings erklärt, dass man im Außenbereich keine Kundgebungen dulde, sagt Vogler.

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