Erdogan droht Russland: Welche Ziele verfolgt die Türkei?

Welche Rolle spielt die Türkei im Syrien-Konflikt?
Türkische Jagdflugzeuge haben einen russischen Kampfjet abgefangen, der laut offizieller Meldungen in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Die türkische Luftwaffe hat in der Vergangenheit bereits mehrfach in den Krieg gegen syrische Rebellen eingegriffen und spielt offenbar ihr eigenes Spiel. Ein syrisches Kampfflugzeug wurde abgeschossen, weil es im grenznahen Gebiet Rebellen angegriffen hat. Erdogan wird schon seit geraumer Zeit vorgeworfen, sein Engagement gegen den IS lediglich dazu zu missbrauchen, Kurden zu verfolgen. Zudem verfolgt er gemeinsam mit den USA das Ziel, Assad aus Syrien zu vertreiben. Wohl bemerkt; Assad selbst ist Alawit, eine Minderheit in Syrien. Laut glaubwürdiger Aussagen zahlreicher syrischer Bürger sei die weltweite Medienschelte gegen Assad zynisch und ungerecht. Unter seiner und der Hand seines Vaters gehe es Syrern den Umständen entsprechend gut.

Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen! Die USA kämpft augenscheinlich seit Jahren gegen das ausufernde Terrorregime des IS und konnte bislang keine nennenswerten Erfolge vorweisen. Zuletzt kam es an anderer Stelle erst wieder zu einem – charmant formuliert – Kollateralschaden. Ein Krankenhaus am Kundus wurde bombardiert. Unter anderem Ärzte ohne Grenzen wurden dabei getötet. Die UNO bezeichnete den Angriff als unentschuldbar. Russland ist erst seit kurzer Zeit im syrischen Krieg aktiv und kann bereits bemerkenswerte Erfolge vorweisen.

Man darf sich nun fragen, welche Ziele Erdogan verfolgt.
Sind die Verbalattacken in Richtung Russland lediglich Ziel, weiter gegen Assad vorzugehen? Oder ist es sein Versuch, eine Auseinandersetzung mit Russland zu provozieren. Wohl wissend, dass die Türkei ein Nato Staat ist, demzufolge die Nato der Türkei beistehen wird? Ein Krieg in Europa würde der Flutung europäischer Staaten mit Muslimen neuen Vorschub leisten.

Welches Ziel Erdogan verfolgt, zeigt sich in der Historie seiner Entwicklung. Die allerdings wird von den westlichen Medien kollektiv ausgeblendet, so als würde sie nicht existieren. Nur die wenigsten Medien sind bereit, Erdogans Pläne publik zu machen. So bereits 2012  die Welt „Der türkische Premier denkt in wuchtigen historischen Dimensionen: Überall, wo einst Türken herrschten, sollen sie es wieder tun.“

Im Januar 2015 erscheint ein weiterer Bericht, der lautet:

Rückkehr des Osmanischen Reiches
Erdogan erfüllt sich seine Träume
Wächter mit Speer und Schild bei Staatsempfängen, die osmanische Sprache als Pflichtfach und ein Palast, von dem die Sultane nur träumen konnten. Der türkische Präsident Erdogan baut sich seine „neue Türkei“. Und das nicht nur durch historische Symbole.

Im Juli 2015 dann der nächste Bericht über Erdogans wahre Ziele:

Erdogan erklärt den Kurden Krieg auf ganzer Linie
Während er in Syrien und dem Irak bombardiert, beendet der Premier auch den Friedensprozess mit den Kurden im eigenen Land. Legalen Parteien droht Repression. Der Westen duldet das offenbar bewusst.

Und siehe da:

„Vorwand, um gegen die Kurden vorzugehen“
Deutsche Politiker kritisieren den türkischen Präsidenten Erdoğan parteiübergreifend für die Bombardements auf PKK-Stellungen. Die USA halten die Angriffe für legitim.

Statt die Vorwürfe aus dem Weg zu räumen, muslimischen Rebellen freies Geleit zu gewähren, sie offensiv zu unterstützen, wettert Erdogan dagegen lieber gegen unliebsame Oppositionspolitiker und die Presse. Ein Verhalten, das seit langen Jahren bei Erdogan zu beobachten ist.

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