Assad ist nicht der Böse, aber er ist das Ziel geopolitischer Interessen

12:00 Nachrichten am 22. Februar 2018. Recep Tayyip Merkel, Pardon, Angela Merkel verurteilt in ihrer Regierungserklärung den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Aggressor und Verursacher der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen im umkämpften syrischen Gebiet Ost-Ghuta.

Regierungssprecher Steffen Seibert pflichtet ihr bei und benutzt geschickt Worte, um einen gewünschten Eindruck zu vermitteln: Die Lage der etwa 400.000 Menschen in Ost-Ghuta sei katastrophal. Die Region zählt zu den letzten größeren Rebellengebieten in Syrien. Die UN seien besorgt, so wird kolportiert.

Dass diese sogenannten Rebellen mit großer Wahrscheinlichkeit unter anderem von der Türkei unterstützte Kämpfer sind, die gegen Kurden vorgehen, und die noch vor kurzer Zeit gegen den IS gekämpft haben, wird mit keinem Wort erwähnt. Und dass deutsche Rüstungsgüter dabei der Türkei im Kampf gegen Kurden helfen, nämlich unter anderem mit an die Türkei gelieferte Leopard 2 Panzer, schwere Lastwagen und Abwehrgeschütze,  wird ebenso geflissentlich verschwiegen.

Aktuelle Lage

Liest man die üblichen Medien, könnte man in der Tat denken, Assad führe ein verachtenswertes Regime und gehört endlich aus der Regierungsverantwortung beseitigt. Die üblichen Verdächtigen, links gerichtete Medien wie Spiegel, FAZ, TAZ und Zeit schießen seit Beginn des Syrienkriegs aus vollen Rohren. Assad sei der Aggressor, der endlich beseitigt werden müsse:

Ob Merkels Intellekt nicht reicht, oder ob sie mit ihren Verbalangriffen auf Assad als Aggressor der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien schlicht nur der Türkei und damit ihrem heimlichen Verbündeten Recep Erdogan hilfreich zur Hand gehen will, lässt sich nicht ergründen. Allerdings helfen ihr auch die üblichen linken Medien wie FAZ, TAZ und Zeit mit ihrem verwirrenden Begriffsbingo dabei, ihre Vorwürfe zu unterstützen. Es wird weitläufig von Rebellen, dann wieder von Kurden gesprochen, das dann wieder mit den Worten „einheimische Bevölkerung Syriens“ erklärt. Die Sinnlosigkeit der Begriffswechsel lässt praktisch nur den Schluss zu, dass Assad und die Regierungsarmee als Schuldige ausgeguckt wurden:

Die Faktenlage zeigt aber deutlich, aus dem Gebiet rings um Afrin wurden durch aktuelle Angriffe hunderte tote Zivilisten gemeldet. Dort, wo die Türkei derzeit eine neue Großoffensive gegen Kurden ausführt:

Deutsche Waffen helfen der Türkei im Krieg gegen Kurden

Übrigens mit Hilfe deutscher Waffen. So wurden unter anderem Leopard 2 Panzer, schwere LKW und Abwehrgeschütze aus Deutschland an die Türkei ausgeliefert. Die hat diese Waffen ganz offensichtlich gegen die verhassten Kurden eingesetzt, wie verschiedene Medien berichten:

  • Türkei setzt deutsche Panzer ein
    Beim Vormarsch türkischer Bodentruppen gegen kurdische Einheiten in Syrien kommt offenbar auch deutsche Waffentechnik zum Einsatz. Auf ersten Bildern von der „Operation Olivenzweig“ sind unter anderem auch schwere Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 zu erkennen. Mit speziellen Transportfahrzeugen brachte das türkische Militär demnach Dutzende Panzer an Grenzübergängen wie Oncupinar bei Kilis und Cilvegözü bei Reyhanli in Stellung.
  • Deutsche Waffen für die Türkei
    Nach Angaben des Bonner International Center for Conversion (Bicc) verfügt die türkische Armee über mehr als 720 Panzer aus deutscher Produktion. Laut Bundesregierung waren in den 80er und 90er Jahren fast 400 Panzer vom Typ Leopard 1 an die Türkei geliefert worden, 354 Panzer vom Nachfolgemodell Leopard 2A4 wurden zwischen 2006 und Ende 2011 in das Land exportiert. Anders als beim Leopard 1, der nur im Verteidigungsfall eingesetzt werden durfte, entfiel diese Einschränkung bei den neueren Kampfpanzern.

Geopolitische Interessen

Es mag ja gerne diverse Politiker, Medien und Journalisten geben, die das in den Bereich der Verschwörungstheorien abtun möchten, dennoch verfolgen Großmächte wie die USA eigene Interessen und sind sich dabei auch nicht zu schade, selbst den IS aktiv zu unterstützen, andere Rebellengruppen aus der islamistischen Welt mit Kriegsgerät und Ausrüstung zu versehen bzw. ihnen Schützenhilfe bei der Flucht zu ermöglichen:

  • Pentagon-Bericht enthüllt – USA ließen den IS gewähren
    Eine der gängigsten Verschwörungstheorien zum Islamischen Staat ist, er sei ein Produkt der USA. Die Enthüllung geheimer Dokumente zeigt, dass die Amerikaner der Entstehung des IS zumindest nichts entgegensetzt haben – weil sie darin ein Chance sahen. Die Regierung der USA ahnte schon vor drei Jahren, dass eine islamistische Terrororganisation im Osten Syriens einen eigenen Staat ausrufen könnte. Das belegen Dokumente der amerikanischen Defense Intelligence Agency (DIA), die der britische Enthüllungsjournalist Nafeez Ahmed ausgewertet hat. Der Artikel ist auf der durch freiwillige Spenden („Crowdfunding“) finanzierten Plattform „Insurge Intelligence“ erschienen.
  • Rakka: Der „schmutzige Deal“ mit dem IS
    Verhandlungen über den freien Abzug von 4.000 IS-Mitgliedern aus Rakka und weitere mutmaßliche Deals der SDF und den USA mit den Dschihadisten zeigen Interessen, die dem „Kampf gegen den IS“ übergeordnet sind. Eine Reportage der BBC über einen „geheimen schmutzigen Deal in Rakka“ liefert die nächste Lektion darüber, wie viel Phrase hinter dem „Kampf gegen den IS“ steckt. Rund 4.000 IS-Mitglieder durften nach Absprache in einem riesigen Konvoi Rakka verlassen, zum Teil bis an die Zähne bewaffnet, mit einer großen Menge Munition und mit Sprengstoffgürteln, so die Auskunft der Fahrer, die von den Reportern Quentin Sommerville und Riam Dalati befragt wurden. Die Fahrer standen Todesängste durch. Die IS-Kämpfer machten laut ihrer Schilderung ganz und gar keinen niedergeschlagenen oder demoralisierten Eindruck. Sie waren überzeigt davon, dass sie wiederkommen und traktierten die Fahrer mit Schlägen.
  • Enthüllt: USA und Verbündete vereinbarten Abzugsdeal mit IS
    Kämpfer planen nun Missionen in Europa
    Die USA und deren Verbündete vor Ort, die sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), haben ein Abkommen mit dem IS geschlossen: Aus Rakka durften 4.000 IS-Terroristen samt Familien frei abziehen und ihre Waffen und Munition mitnehmen. Sie haben nach eigenen Aussage nun „neue Missionen“ in Europa.
  • Die Sponsoren der IS-Gotteskrieger
    Geldgeber aus den Golfstaaten haben lange die radikalen IS-Truppen unterstützt. Nun haben die Gotteskrieger eigene Geldquellen. Das ängstigt Kuweit und Saudi-Arabien.

Hintergrund des Syrien Kriegs

Der Aggressor der neuen Auseinandersetzungen in Syrien ist die Türkei, die ihren Kampf gegen die Kurden auf syrisches Gebiet ausgelagert hat. Die seit Jahrzehnten für ihre Autonomie kämpfenden Kurden werden aktuell dreist von der Türkei auch in Syrien bekämpft, die dort Syrien im Kampf gegen Terrororganisationen wie dem IS unterstützt hatten:

Dass sich ein unabhängiger Staat gegen ausländische Aggressoren wehrt, gehört zum selbstverständlichen Selbstschutz jeder Nation.

Assad ist der Garant für den Schutz orientalischer Christen in Syrien

Allerdings glaube ich im Zweifelsfall langjährigen Freunden, orientalischen Christen, die in den umkämpften Gebieten gelebt haben und unabhängig voneinander sagen, es gab nie eine friedlichere Zeit als die unter Assad und seinem Vater. Assad sei selbst Alawit, eine Minderheit, er weiß selbst viel zu gut wie es sich anfühlt, verfolgt zu werden. Am Ende sind es dieselben Gründe wie auch in Libyen, dem Irak und anderen Nationen der sogenannten Jasmin-Revolution. Aus geopolitischen Gründen müssen die Staatslenker weg, die den Zielen des größten Kriegstreibers seit Menschengedenken im Weg stehen; den USA. Willige Helfer weltweit unterstützen diesen Wahnsinn und blenden die Realität komplett aus!

Dazu schreibt auch der Publizist David Berger folgerichtig und mit Unterstützung des katholischen Priesters Peter Fuchs, der immerhin Geschäftsführer der ökumenischen, weltweit tätigen humanitären Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI) ist:

Erdogans Ziele – Osmanische Träume

Wieder einmal Roland Tichy bringt Licht in das verwirrende Dunkel aus geopolitischen Interessen, die auch von den Großmächten USA und Russland verfolgt werden. Beide ringen um Einfluss in dieser Region.

  • Syrien: der Krieg geht in die nächste Runde
    Auf der einen Seite findet sich der Alawit Bashar AlAssad („der Löwe“), der als dem islamischen Schiitentum nahestehender Säkularist die mittlerweile mehr als heimliche Unterstützung der iranischen Mullahs ebenso wie der libanesischen Schiitenmilizen genießt. An seiner Seite stehen die Russen, denen es sowohl darum geht, ihren letztverbliebenen Mittelmeerstützpunkt in Tartus ebenso zu sichern, wie sich den Zugriff auf die vor Syriens Küste vermuteten Erdgasvorkommen erhalten wollen. Erdogan, der dem politischen Islam der Muslimbruderschaft zuzurechnen ist, war seit Anbeginn des Konfliktes bemüht, seinen Einflussbereich auf den Norden Syriens und den benachbarten Irak auszudehnen. Er träumt davon, im optimalen Falle die Grenzen des 1918 untergegangenen Osmanischen Reichs wiederherstellen zu können – wohl wissend, dass die Arabische Halbinsel für ihn unerreichbar ist. Doch hat er seine Begehrlichkeiten nicht nur mit Blick auf Israels Hauptstadt Jerusalem mehr als einmal deutlich gemacht. Deshalb besetzte er Teile des Nordirak, auch wenn er sich auf Druck der USA bei der Befreiung von Mosul zurückhielt. Deshalb auch schob er einen türkisch besetzten Keil zwischen die Kurdengebiete im Norden Syriens, sodass er und seine radikalislamischen Verbündeten heute auf Sichtweite zur Euphrat-nahen, von der SDF gehaltenen Stadt Manbidj stehen. Gleichzeitig begreift es Erdogan in Fortführung der nationaltürkischen Schimäre des Staatsgründers Atatürk als Staatsräson, sämtliche Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden – gleich ob in der Türkei selbst, ob in Irak, Iran oder Syrien – wenn nötig mit allen Mitteln zu unterdrücken. Ihm ist bewusst, dass die Westalliierten seit dem Bruch ihrer 1920 gemachten Zusage von Sevres, den Kurden in den ehemals osmanischen Gebieten und damit auch in Ostanatolien die Abstimmung über staatliche Unabhängigkeit zuzubilligen, in der Schuld gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe stehen – und sie die Türkei lediglich deshalb ihren Osten gleich einer Kolonie zwangsverwalten lassen, weil sich von Frankreich über Großbritannien bis den USA die Siegermächte von 1918 der Vorstellung hingeben, mit der Türkei einen Verbündeten vor allem gegen Russland an ihrer Seite zu haben.Vorrangig deshalb, weil in den frühen Zwanzigerjahren Franzosen und Briten an der Seite der „Weißen“ gestanden und den Sieg der Oktober-Usurpatoren um Lenin nicht haben verhindern können, wurde 1923 den Jungtürken der Zugriff auf die ursprünglich den Armeniern und den Kurden zugesagten Territorien eingeräumt. Beides sollte verhindern, dass die junge Sowjetunion als „Schutzmacht“ dieser Gruppen ihren Einfluss über den Kaukasus nach Süden ausdehnen konnte. Seitdem führt die Türkei einen beständigen Krieg gegen die Kurden, der im Massaker von Dersim in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts einen traurigen Höhepunkt gefunden hatte.

Die Folgen des Syrienkriegs

Die Folgen des neu entflammten Kriegs können dramatischer nicht sein, denn sie sind wesentlich neue Flüchtlingsströme aus Syrien, die sich dann in Richtung Europa auf den Weg machen werden. Die AfD und Sympathisanten haben das erneut wieder treffend auf den Punkt gebracht, was ja ganz offensichtlich in Merkels Interesse liegt:

  • Deutsche Waffen schaffen in Syrien neue Fluchtursachen
    Beim Einmarsch der Türkei in die Kurdenregion Afrin in Syrien setzt die türkische Armee offenbar auch von Deutschland gelieferte Panzer vom Typ Leopard 2 ein. Die Kämpfer der kurdischen „Volksverteidigungseinheit“ YPG verfügen wiederum laut Medienbericht über deutsche Panzerabwehrraketen vom Typ Milan, die von der Bundesregierung ursprünglich an kurdische Peshmerga-Einheiten im Irak für den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ geliefert wurden.

    Dazu teilt der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Paul Hampel, mit:„Die Türkei marschiert mit deutschen Panzern in das Kurdengebiet in Syrien ein und wird dabei von den Kurden mit deutschen Abwehrraketen bekämpft: Dieses Beispiel macht mit einem Schlag das ganze Elend und die Konzeptlosigkeit der deutschen Außenpolitik deutlich. Offenbar versucht die deutsche Außenpolitik, es in dieser Region möglichst jedem recht zu mache, ohne dabei die mittel- oder gar langfristigen Folgen zu bedenken. Und so hat Berlin jahrelang die türkische Armee mit Panzern aus deutschen Beständen ausgerüstet, um dann ausgerechnet den erbittertsten Gegner der Türkei, den Kurden, die passenden Abwehrraketen zu liefern.

    Als Ergebnis dieser kopflosen Politik droht nun eine neue Flüchtlingswelle. Bereits jetzt sind in der Region tausende Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht. Angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass bald die ersten dieser Flüchtlinge in Deutschland auftauchen werden. Dadurch werden die Beteuerungen der Bundesregierung, zur Lösung der Flüchtlingskrise die Fluchtursachen bekämpfen zu wollen, der Lächerlichkeit preisgegeben. Denn das Gegenteil ist der Fall: Die Bundesregierung trägt mit ihrer desolaten Außenpolitik aktiv dazu bei, Fluchtursachen zu schaffen.

Wir brauchen endlich wieder eine Außenpolitik des gesunden Menschenverstandes, der es nicht darum geht, sich überall lieb Kind zu machen, sondern die den deutschen Interessen dient und dabei stets auch die Folgen ihres Handelns im Blick hat.“

Das große Ganze

Ist ein Fortsetzungsartikel, der in den kommenden Tagen noch Nahrung zum großen Ganzen bekommen wird. Ohne vorweg zu greifen hat die Destabilisierung des Nahen Ostens sehr viel mit den Plänen einer Weltelite zu tun, die im Verborgenen ihre Fäden spinnt und Krisen gewollt verursacht, weil sie ihren Zwecken dienlich sind.

 

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