Update 19.03.2020: Corona-Krise: Zusammenfassung von Verhaltensmaßnahmen

Das Wichtigste zuerst:
Bei folgenden Symptomen sollte im Bedarfsfall die Rufnummer 116117 angerufen werden. Es handelt sich hierbei um den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der weitere Informationen zu Tests und sinnvollen Verhaltensmaßnahmen zur Verfügung stellt. Es sollte im Verdachtsfall unter keinen Umständen einfach die nächste Arztpraxis, Krankenhäuser, Notärzte, Rettungsdienste und/oder Notaufnahmen persönlich angelaufen und blockiert werden, wenn die vermutete Erkrankung das nicht erforderlich macht. Alternativ sollte der Hausarzt telefonisch informiert werden, oder das Gesundheitsamt der Stadt bzw. Kreis oder Gemeinde. Im Bedarfsfall werden Tests in häuslicher Umgebung durchgeführt.

Symptome:

  • Fieber
  • Husten
  • Atemprobleme wie Kurzatmigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen, Halsschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Schnupfen
  • Durchfall

Zum besseren Verständnis
Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-02 – Schweres akutes respiratorisches Syndrom), das die Krankheit COVID-19 auslöst, ist eine Atemwegserkrankung.

Insbesondere gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen:

  • Herz/Kreislaufsystem
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD und andere
  • Immunschwächen (krankheitsbedingt und/oder nach Tranpsplantionen)
  • Ältere, mehrfach erkrankte Menschen

Welche Krankheitszeichen werden ausgelöst?
Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann zu Krankheitszeichen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, ähnlich wie bei einer Grippe. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall. Bei den bisher hauptsächlich aus China berichteten Fällen waren vier von fünf Krankheitsverläufen mild. Bei einem Teil der Erkrankten kann das Virus mit einem schwereren Verlauf einhergehen und zu Atemproblemen, Lungenentzündung und in einigen Fällen zum Tod führen.

Derzeit geht man davon aus, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten.

Wie wird das Virus übertragen?
Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Eine Ansteckung kann direkt über die Schleimhäute der Atemwege erfolgen (z.B. wenn man von einem Erkrankten angehustet wird) oder auch indirekt über die eigenen Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten.

Wie können Sie sich vor einer Ansteckung schützen?
Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene sowie das Einhalten eines Abstands zu Erkrankten (etwa ein bis zwei Meter).

Konkret bedeutet dies:

  • Niesen oder husten Sie in die Armbeuge oder in ein Taschentuch.
  • Entsorgen Sie Papiertaschentücher nach einmaligem Benutzen sofort.
  • Waschen Sie sich regelmäßig und sorgfältig die Hände mit Seife, mindestens 20 bis 30 Sekunden.
  • Desinfizieren Sie regelmäßig Ihre Hände.
  • Vermeiden Sie unnötigen Körperkontakt mit anderen Personen wie z.B. Händeschütteln.
  • Berühren Sie insbesondere die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase nicht mit den Händen.
  • Halten Sie ausreichend Abstand von Menschen, die Husten, Schnupfen oder Fieber haben – empfohlen werden mindestens ein bis zwei Meter.
  • Meiden Sie belebte Orte und Veranstaltungen.

Was ist zu tun, wenn Sie eine Ansteckung vermuten?
Suchen Sie bei Krankheitszeichen nicht sofort einen Arzt oder eine Notfall-Ambulanz auf, denn die Ansteckungsgefahr in Wartezimmern ist besonders groß. Rufen Sie in der Praxis oder im Gesundheitsamt Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises an. Möglicherweise wird bei begründetem Verdacht auf COVID-19 im häuslichen Umfeld ein Test durchgeführt.

Bevorratung

Es macht keinen Sinn, Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte und andere Geschäfte zu stürmen, um „tonnenweise“ Toilettenpapier, Mehl, Zucker, Nudeln, Fertiggerichte in Dosen, Gemüse und Obst in Dosen oder Gläsern und andere Grundvorräte zu kaufen. Auch diese Waren besitzen kein unendliches Haltbarkeitsdatum. Zudem widerspricht das vollends dem Grundgedanken der Solidarität. Im Zweifelsfall sind Informationen zu beziehen beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu beziehen, die ausreichend Dokumentationen zur Verfügung stellen.

Schutzmittel

Schutzmittel wie Atemschutzmasken und Händedesinfektionsmittel sollten ebenso wenig in rauen Mengen gekauft werden. Atemschutzmasken der Kategorie FFP3 sind einzig ausgerichtet auf den Schutz vor Infektionen. Für einen Minimalschutz, der in den meisten Fällen auch ausreichend ist, reichen dreilagige Schutzmasken der Kategorie FFP1 oder 2, so wie sie auch in OPs und auf Intensivstationen von Krankenhäusern verwendet werden. Falls die örtlichen Apotheken Lieferschwierigkeiten haben, können sie derzeit noch über Ketten wie REAL online bezogen werden. Es muss allerdings mit einer deutlich verzögerten Lieferung aufgrund der hohen Bestellzahlen gerechnet werden. Keineswegs sollten Schutzmittel aus unseriösen Quellen und zu deutlich überhöhten Preisen bezogen werden. Im Zweifelsfall reicht ein Anruf bei der örtlichen Apotheke, um dort weitere Informationen zu bekommen.

Atemschutzmasken sind allerdings Einmalmaterial und sollten nicht mehrfach verwendet werden. Sie sind auch nicht geeignet für die dauerhafte Benutzung, beispielsweise über 24 Stunden hinweg.

Bei Händedesinfektionsmitteln sollte darauf geachtet werden, dass sie bakterizid, levurozid, mykobakterizid und zumindest begrenzt viruzid wirken, also beispielsweise das in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen bewährte Mittel Sterillium.

Falls kein Desinfektionsmittel mehr verfügbar ist, hat die WHO ein Rezept zur eigenen Herstellung veröffentlicht mit Zutaten, die in Apotheken erhältlich sind:

  • 830 Milliliter Ethanol 96 %
  • 110 Milliliter destilliertes Wasse
  • 45 Milliliter Wasserstoffperoxid 3 %
  • 15 Milliliter Glycerin 98 %
  • WHO-Hinweise zur Anwendung
  • Nur zur äußeren Anwendung auf der Haut
  • Augenkontakt vermeiden
  • Das Mittel ist leicht entzündlich
  • Für Kinder unzugänglich aufbewahren

Sozialkontakte

Sozialkontakte sollten, soweit möglich, eingeschränkt werden auf die nötigsten Kontakte. Allerdings immer hinblicklich der Versorgung der Menschen, die aus Gründen von Alter oder Erkrankungen nicht mehr eigenständig in der Lage sind, Lebensmittel usw. zu beziehen. Derzeit werden auch amtlicherseits Freizeitangebote wie Freizeitparks, Ausstellungen, Diskotheken, Bars und andere Einrichtungen für unbestimmte Zeit geschlossen. Diese Maßnahmen sind vernünftig und sollten weitgehend eingehalten werden.

Katastrophenfall

Bayern hat aktuell am 16. März 2020 den Katastrophenfall ausgerufen. Söder gibt derzeit Maßnahmen und Verhaltensregeln bekannt. Es ist damit zu rechnen, dass weitere Bundesländer folgen werden. Details entnehmen Sie bitte dem folgenden Bericht von Merkur:

Ein deutlicher Hinweis an Corona-Party Süchtige

Lasst bitte diesen Blödsinn. Meidet bitte Partys wie diese, oder auch Ansammlungen größerer Menschenmassen in Parks, an Seen und Flüssen. Ihr gefährdet nicht nur euch selbst sondern insbesondere auch chronisch kranke Menschen, ältere und alte Menschen mit geschwächter Immunabwehr und andere Menschen, weil ihr damit zu potentiellen Virenträgern werden könnt. Auch zu glauben, die Jugend schütze vor Infektionen, ist ein Trugschluss. Es mehren sich die Fälle, wo auch Kinder und Jugendliche schwere bzw. lebensbedrohliche Symptome auftreten.

Weiterführende Links:

Anmerkung der Redaktion

Die Informationen hier wurden von erfahrenen Pflegekräften zusammengefasst und erstellt. Im Bedarfsfall sind wir gerne bereit, in annehmbaren Ausmaß Fragen zu beantworten unter: notfall@thetruthcommitted.de

Dieser Bericht wird ab sofort regelmäßig aktualisiert. Es werden derzeit keine Artikel zu anderen Themen zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zur Corona Krise stehen fortlaufend zur Verfügung unter:

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